cara*SH setzt sich dafür ein, Sexarbeitende in ihren Rechten und ihrer Selbstbestimmung zu stärken und ihre Stimmen in politischen, gesellschaftlichen und kirchlichen Diskursen hörbar zu machen. Als Fachberatungsstelle in Trägerschaft der evangelisch-lutherischen Kirche in Norddeutschland stellt sie sich solidarisch an ihre Seite. Für cara*SH ist es selbstverständlich, die Themenfelder Sexarbeit, Zwangsprostitution und Menschenhandel differenziert zu betrachten. Sexarbeit und Menschenhandel sind verschiedene Sachverhalte mit unterschiedlichen Rechtsgrundlagen.
Auf dem Deutschen Evangelischen Kirchentag 2025 gab es eine Podiumsdiskussion „Sexarbeit zwischen Anerkennung und Kriminalisierung” mit der Frage nach einer gerechten Prostitutionspolitik. Eine Teilnehmerin aus dem Publikum stellte sich in einem spontanen Wortbeitrag als eine von Menschenhandel betroffene Person vor und schilderte ihre Perspektive. Auch äußerte sie Unmut darüber, dass ihr nicht zugehört werde, insbesondere, als ihr Wortbeitrag durch die Moderatorin beendet wurde.
Aus unserer Sicht ist dies eine Verschiebung der Thematik: Auf diesem Podium ging es um die aktuelle politische Situation in Bezug auf Sexarbeit. Durch den Inhalt des Wortbeitrages wurde Menschenhandel mit Sexarbeit gleichgesetzt. Dies ist für uns nicht zielführend. Leider haben wir in einer vorhergehenden Kommunikation einen Fehler gemacht und die Person aus dem Publikum fälschlicherweise dem Verein Sisters e.V. zugeordnet. Dies führte für Ruby Rebelde, in der Sexarbeit tätig, zu Nachteilen und mündete in einer juristischen Auseinandersetzung. Wir haben Ruby dafür um Entschuldigung gebeten und bedauern unseren Fehler aufrichtig.